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Kollektivbewußtsein im Projektmanagement
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Leseprobe Kollektivbewusstsein im Projektmanagement
 
Kollektivbewusstein im Projektmanagement

Global Projectmanagement - Chapter 19

Blättern Sie in der Studie

“The Relevance of the Concept of Collective Consciousness to
Project Management Scopes & Limits“
Research Work
2006 – 2014

Ernst Jankulik

Abstrakt
Nicht nur Menschen besitzen ein Bewusstsein, sondern auch Gruppen von Menschen wie Sportteams, Orchester oder auch Projektteams. Diese These wird anhand von 5 Indikatoren, der Imagination, der Intention, der Identifikation, der Interaktionsfähigkeit und der Intimation kritisch beleuchtet. Grundlagen für diese Betrachtungen sind ein holistischer Ansatz, feldtheoretische Überlegungen und der radikale Konstruktivismus in der empirischen Sozialforschung. Die Untersuchungen ermöglichen Rückschlüsse auf den Erfolg oder das Scheitern von Projektteams, die außerhalb der bisherigen psychologischen und soziologischen Deutungen liegen. An drei zeitlich weit auseinander liegenden Beispielen, dem Bau der Cheopspyramide, der ersten bemannten Landung auf dem Mond und der Entwicklung des Internets werden die theoretischen Grundlagen der Theorie des kollektiven Bewusstseins erörtert und vertieft und mit dem modernen Projektmanagement in Beziehung gebracht. Im Kapitel „Suche nach einer besseren Zukunft“ treffen diese Erkenntnisse auf die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart und offenbaren das Dilemma, dass gerade die größte aller Menschengruppierungen, nämlich die Menschheit selbst, über kein Bewusstsein verfügt.

Auszug
4. Das Bewusstsein des sozialen Systems

Um überhaupt von einem Bewusstsein eines sozialen Systems sprechen zu können, müssen die Begriffe Individualbewusstsein, also das Bewusstsein von einzelnen Personen und von sozialen Systemen streng unterschieden werden. In vielen Fällen „verschwimmen“ diese Begriffe, wobei die hohe Dynamik des Individual- und Kollektivbewusstseins sowie die Wechselwirkung dieser beiden Arten von Bewusstsein das Verständnis zusätzlich erschwert.

4.1 Das Individualbewusstsein
Der Philosoph Thomas Metzinger erklärte einmal: „Das Problem des Bewusstseins bildet heute - vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums - die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis“.15
Eine mögliche Formulierung des Rätsels des Bewusstseins besteht in der Frage, wie es prinzipiell möglich sein kann, dass aus einer bestimmten Anordnung und Dynamik von Materie Bewusstsein entsteht. Die Vertreter der These, dass das Bewusstsein rätselhaft sei, argumentieren, dass selbst eine lückenlose Aufklärung sämtlicher physiologischer Gehirnprozesse diese Frage nicht beantworten könne. Es schiene unklar, warum ein Mensch nicht einfach funktionieren könne, ohne dass er es bewusst erlebt. Bewusstsein (lat. conscientia „Mitwissen“) bezeichnet auch die Fähigkeit, über mentale Zustände, also etwa Gedanken, Emotionen, Wahrnehmungen oder Erinnerungen, zu verfügen. Oft wird es auch als „Gewahrsein des eigenen Ichs“ definiert. Ein Lebewesen, das phänomenales Bewusstsein besitzt, nimmt nicht nur Reize auf, sondern erlebt sie auch. In diesem Sinne hat man phänomenales Bewusstsein, wenn man etwa Schmerzen hat, sich freut, Farben wahrnimmt oder friert. Es wird allgemein anerkannt, dass Tiere mit hinreichend komplexer Gehirnarchitektur ein solches Bewusstsein haben. Ein Lebewesen, das gedankliches Bewusstsein besitzt, hat Gedanken. Wer also etwa denkt, sich erinnert, plant und erwartet, dass etwas der Fall ist, hat ein solches Bewusstsein. Darüber hinaus haben Lebewesen ein Selbstbewusstsein, wenn sie nicht nur phänomenales und gedankliches Bewusstsein haben, sondern sich auch darüber im Klaren sind, dass sie ein solches Be-wusstsein haben. Dieses Selbstbewusstsein ermöglicht somit ein Bewusstsein von sich selbst als Individuum. Man trifft es bei Menschen und allenfalls einigen Säugetieren an.

Ein mit Bewusstsein ausgestattetes biologisches System kann aber auch Modelle seiner Umwelten erzeugen und sich selbst in diesem Modell abbilden. Ein biologisches System mit Bewusstsein unterscheidet sich folglich von „unbewussten“ biologischen Systemen vor Allem dadurch, dass es in der Lage ist, auch sich selbst wahrzunehmen und ein dementsprechendes Modell von sich selbst zu entwerfen, das dann in Bezug zu dem Modell seiner Umwelten gesetzt wird. Bei der o.a. Definition als gedankliches Bewusstsein bereits angesprochen, stellt die Fähigkeit, sich zukünftige Sachverhalte, oder Dinge, die noch gar nicht existieren, vorstellen zu können, die absolute Obergrenze des menschlichen Individualbewusstseins dar.
Ein biologisches System verfügt über Bewusstsein, wenn es selbständig aufgrund von Informationen aus dem Umfeld fähig ist, sich zwischen verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten zu entscheiden, bevor eine davon umgesetzt wird. Voraussetzung für den Entscheidungsprozess ist, dass das biologische System einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit über seine Sinne wahrnimmt und sich daraus ein Bild dieser Welt - ein Modell - konstruiert, dass das biologische System selbst enthält. Umgangssprachlich schlägt sich das in der Formulierung „sich seiner selbst bewusst sein“ nieder. In diesem Modell wird die Auswahl getroffen, das heißt eine der möglichen Verhaltensweisen wird bestimmt, bevor diese dann realiter umgesetzt wird. Bewusstsein ermöglicht damit vorausschauendes Denken.

 

 

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